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  DVD-Review Die Sterne - Die Interessanten - Singles 1992-2004
Review

DVD-Review ::: Die Sterne - Die Interessanten - Singles 1992-2004  
Review

Die Sterne
Die Interessanten - Singles 1992-2004
/ L'Age D'Or / Rough Trade
Gitarren-Pop

4:3, PCM Stereo 2.0
FSK: ohne Altersbeschränkung
Sprache: Deutsch
 
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Wo Ist Hier (CD)
Von Allen Gedanken Schätze Ich Doch Am Meisten Die Interessanten (CD)
Bandpage
Letzte News ::: 20.10.2004


Also das fängt schon mit dem Cover dieses CD- / DVD-Doppelpacks an: Eine Raststätte - sicherlich irgendwo an der Autobahn im wilden Osten der Republik, Lübzer-Pils gibt es hier und die Telefonzelle kommt mit einem Gelb daher, das man im Zeitalter der magentafarbenen Telekom beinahe schon vergessen hatte. Man steigt etwas steif in den Gliedern aus seinem Kombi, streckt sich, blickt sich um, langsam kommt der Geist in Schwung - ach ja, so war das damals, hatte ich schon fast vergessen (...) und die Erinnerung mischt sich mit dem Duft des Kiefernwaldes, der an das Gelände der Raststätte anschließt - "Universal Tellerwäscher" aus dem Autoradio, in den See gesprungen, abgetaucht - und eine schöne angenehme Ruhe nimmt einem die Hektik des Alltags. Man fühlt sich wohl, man ist zu Hause.

21 Songs aus zwölf Jahren Bandhistorie und dazu - ohne geht es wohl nimmer mehr - 17 Videos, Konzertmitschnitte und ein Fotoalbum (!) auf DVD. L'Age D'Or [klick] hat ordentlich in die Kiste gegriffen und allen Liebhabern des Bad Salzuflener / Hamburger Gitarren-Pops ein feines Paket geschnürt. Die Sterne zeigen mit der Zusammenstellung ihrer Singles eindrucksvoll, warum sie eine der prägenden deutschsprachigen Bands der letzten zehn Jahre gewesen sind und sicherlich (hoffentlich) auch in der Zukunft sein werden. Denn ohne die Notwendigkeit, Scheindiskussionen um eine Radioquote für deutschsprachige Musik zu führen, waren die Sterne bereits 1994 (!) mit "Universal Tellerwäscher" in der Videorotation, in Hamburg tanzte man hierzu bis der Schweiß von den Decken tropfte und aus Jurastudenten formte sich eine weitere großartige Hamburger Band (Tocotronic). Konsequenterweise eröffnet der Song (im "extended singlemix" dem Album "In Echt" entnommen, 1994) den Reigen, weitere Klassiker folgen. "Widerschein" ("Von Allen Gedanken Schätze Ich Doch Am Meisten Die Interessanten", 1997) zeigt im direkten Vergleich zum "Tellerwäscher" bereits die vollen Variationsmöglichkeiten der Band. Etwas verspielter musiziert, ein wenig Orgel und noch immer feine Texte: der Soundtrack eines Sommers. Ein fröhlicher Wechsel des Labels (von L'Age D'Or zur Sony [klick]) führte nicht zum Qualitätsverlust und mit "Bis Neun Bist Du O.K.", "Abstrakt" und "Die Interessanten" finden sich noch drei weitere Songs dieses meinerseits am meisten geschätzten Sterne-Albums auf der nun vorliegenden Compilation wieder. Spätere Belohnung: Im Auftrag des Goethe-Instituts Tour durch die USA, musikalische Qualität und keine Angst vor deutschen Texten zahlen sich eben aus. Zu einem Zeitpunkt, in dem die Sportfreunde Stiller (die am meisten überschätzte Band der letzten Jahre) nur noch bierselige Fußballkumpelmucke machen, überzeugt das System der Sterne auch im Neokapitalismus mit klugen Gedanken in feiner Musikhülle. Neben weiteren Klassikern, wie dem sprachgewaltigen "Fick Das System" (1992) oder dem (noch immer) großartigen "Was Hat Dich Bloß So Ruiniert" ("Posen", 1996) wird daher auch Neuem Platz eingeräumt: "Hier Kommt Die Kaltfront" ("Das Weltall Ist Zu Weit, 2004) oder auch (live eingespielt) "Gerechtes Brett" ("Irres Licht", 2003) kommen durch die Vordertür, direkter als manche ihrer Vorgänger und damit fast wieder von dort, wo Die Sterne bereits mit "Wichtig" (1993) gewesen sind.

Die DVD kommt ähnlich umfangreich daher und lässt wenig Wünsche offen. Neben den immer wieder herrlich unkonventionell gedrehten Videos zu vielen der Songs, die auch auf der CD enthalten sind (u.a. Videos zu "Fick Das System", "Wichtig", "Universal Tellerwäscher" oder "Big In Berlin"), gibt es "Schlagzeugunterricht mit Christoph Leich" sowie "Mit den Sternen durch Amerika" (die Jungs sitzen vor dem Weißen Haus, fahren Taxi und beweisen, dass sie auch auf Englisch singen können). Alles als Zugabe durchaus sehenswert, nur: kein Ersatz für einen Live-Auftritt der Band. "In Diesem Sinn" ("Das Weltall Ist Zu Weit", 2004): Kaufen, oft hören und für einen der zahlreichen Live-Auftritte sparen. Und wenn ihr euch richtig etwas gönnen wollt, dann spart für ein Konzert in Hamburg, trinkt ein anständiges norddeutsches Pils, blickt auf den im orangefarbenen Licht erstrahlenden Hafen und bummelt anschließend vom Kiez rüber zum Clubgelände des glorreichen Weltpokalsiegerbesiegers St. Pauli [klick], dort wo Frank Spilker im Schatten des Hochbunkers jeden Moment auf einem Rasenmäher um die Ecke zu kommen scheint, singend "Wenn Dir St. Pauli Auf Den Geist Fällt" ("Irres Licht", 2003).
 
JOP
 

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