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  DVD-Review Steve Hackett - Hungarian Horizons - Live in Budapest
Review

DVD-Review ::: Steve Hackett - Hungarian Horizons - Live in Budapest  
Review

Steve Hackett
Hungarian Horizons - Live in Budapest
Inside Out / SPV
Rock / Klassik

Dolby Surround
FSK: ohne Altersbeschränkung
Sprache: Englisch
 
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Wer hat gesagt, dass Geld nicht stinkt? Die Genesis-Millionen aus den Siebzigerjahren sind Steve Hackett offenbar zu Kopf gestiegen. Jetzt meint er, er sei so was wie Francisco Tárrega oder Mauro Giuliani. Steve Hackett (Gitarre), sein Bruder John (Flöte) und Roger King (Keyboard) machen Pseudo-Klassik. Wenigstens die akustische Technik stimmt. Die hätten auch mit einer Wurzelbürste auf der Bühne rumkratzen können und es hätte sich nach Harfe angehört. Das Publikum hat artig dazu geklatscht. Begeistert hat die Budapester Vorstellung offenbar niemanden.

Zur musikalischen Substanz: psychologische Untersuchungen bei Musikern haben bewiesen, dass das menschliche Gehirn in der Lage ist, sich Harmonien "zurechtzuhören." Auf Steve Hackett übertragen heißt es, dass er meint, "so ähnlich wie" in Agustín Barrios' "La Cathedral" zu spielen und die Tremolo-Technik zu beherrschen. In Wahrheit ist es so, dass er dazu spieltechnisch überhaupt nicht in der Lage ist. Seine Intonation weist unzählige Schwächen auf. Doch die schwülstigen Synthie-Streicher kaschieren das. Er "empfindet" klassische Musik "nach", indem er sie vereinfacht und ihr Dynamik und strukturelle Logik wegnimmt. Schade, dass man wegen der Antiquität der zitierten Kompositionen urheberrechtlich nichts mehr machen kann. Ich hätte auf Entstellung plädiert. In alter Deep Purple-Manier fängt Hackett eine Bach-Bourée an. Aber sobald die ersten Schwierigkeiten kommen, lässt er das Stück in Esoterik-lastige Schein-Virtuosität münden. Anstatt im Stück weiterzumachen bringt er – offenbar von Aberwitz getrieben – ein fadenscheiniges Flageolett-Arpeggio ein. Das macht "was her" und man muss kaum einen Finger dafür rühren. So etwas ist vordergründig und banal. Zwischendurch nehmen die drei Musiker ein paar alte Genesis-Stücke in die Mangel und das sind dann auch die einzigen Passagen, die Pfiff haben. Narrenfreiheit. Leuten, die eine Popularität wie Hackett haben, bietet sich immer ein Forum.

Fazit: Wegen hartnäckigen Nichtabnehmens der Sonnenbrille unterstelle ich Fahrlässigkeit beim Üben und wegen der Musik groben Vorsatz bei der Darbietung. Ich unterstelle, dass das Publikum für's Klatschen bezahlt worden ist. Beweis ist die mit militärischer Strenge "eingeforderte" Zugabe. Mehr Konzertritual als Beifallsbekundung. Urteil: Arglistige Täuschung des Publikums. Weiterhin Schadenersatz neben der Leistung (1 DVD und 2 Audio-CDs). Das Grundrecht auf Kunstfreiheit greift in diesem Fall nicht, da angezweifelt werden kann, ob es sich bei den "Hungarian Horizons" überhaupt um Kunst handelt.
 
Peter Backof
 

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