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  Interview ::: Born From Pain
Review

Man lebt nur einmal

April 2007

Mit "War" haben Born From Pain einen echten HC-Hammer am Start. Den guten Eindruck des Albums bestätigt die Band mit niederländischen, englischen und deutschen Musikern derzeit auf Club-Tour. discover klopfte bei einem geselligen Schwätzchen mit Basser Rob Franssen den Stand der Dinge ab.

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?: Hallo Rob, ich kann mir vorstellen, dass ihr ganz zufrieden mit dem neuen Album seid?
!: Ja, sehr zufrieden sogar. Wir erhielten für "War" durch die Bank weg gute Kritiken und die Tour läuft auch ordentlich. Wir können uns derzeit echt nicht beschweren und hätten es uns kaum besser wünschen können.
?: Schaut man sich eure Texte an, herrscht da aber nicht gerade Friede, Freude, Eierkuchen...
!: Für die Texte bin ich 100-prozentig verantwortlich (lacht). Klar wirken die Lyrics negativ, aber schau' dir die Weltlage doch mal an: Es gibt jede Menge Kriege, die Umwelt geht zu Grunde und bei vielen sozialen Dingen oder auch den Menschenrechten läuft verdammt viel schief. Klar, dass da schnell eine düstere Stimmung aufkommt. Aber ein sozialkritischer Blickwinkel ist uns sehr wichtig.
?: Teilweise liest sich das aber schon fast apokalyptisch...
!: Die Frage ist doch, ob die Menschheit noch mal die Kurve kriegt. Ich bin jetzt 35 Jahre alt - da frage ich mich schon, ob ich angesichts der heutigen Weltsituation wirklich Kinder in die Welt setzen sollte. Für sie wäre die Situation doch jetzt schon alles andere als rosig - und wer weiß, wie es in 50 Jahren aussieht!? Die Texte spiegeln unsere Ansicht wieder, dass es so nicht weitergehen kann. Wir sind mit der Lage nicht einverstanden und sagen das auch ganz klar. Ich denke ohnehin, dass sich niemand einfach mit diesem Zustand abfinden sollte. Die Zeiten werden kritischer und eigentlich kann es sich heutzutage niemand erlauben, keine Meinung dazu zu haben.
?: Ok, kommen wir zur Musik: Mit "The War Is On" findet sich ein Instrumentalstück auf dem Album. In Hardcore-Kreisen nicht gerade Standard...
!: ...und genau das war ein Grund, dieses Instrumental auf "War" zu packen. Die Grundidee stammt von unserem Gitarristen Tom. Anfangs wollte er das Stück sogar wegwerfen, aber dann haben wir es doch genommen und immer weiter daran gefeilt. Ich finde, das Ergebnis klingt ziemlich atmosphärisch. Mit Gesang dabei wäre die Wirkung vermutlich eine ganz andere. Außerdem dachten wir uns, dass so ein Instrumental eine schöne Verschnaufpause zwischen dem ganzen Gebretter bietet, ha ha.
?: Mit Barney (Napalm Death), Jan-Chris (Gorefest) und Lou (Sick Of It All) haben es gleich drei Gastsänger auf "War" geschafft...
!: Das hat sich mehr oder weniger so ergeben. Mit Napalm Death sind wir ja bereits zwei Mal getourt und gut befreundet. Barney fragte von sich aus an und wir überlegten, zu welchem Song seine Stimme am besten passt. Dann riefen wir ihn an und sagten: "Jau, mach mal."
Jan-Chris wurde durch die "In Love With The End"-Scheibe auf uns aufmerksam. Er fand die Platte super und bot sich für Gastvocals an. Das haben wir ihm natürlich nicht ausgeschlagen.
Bei Lou lagen die Dinge etwas anders. Mittlerweile sind wir mit fast allen großen HC-Bands getourt, nur mit Sick Of It All hat es nie geklappt. Dabei haben wir vor ihnen einen Riesenrespekt, da sie immer ihr Ding durchgezogen haben und nach wie vor volle Power geben. Zum Glück war auch Lou bereit, mit zu machen.

?: Steckt bei der Auswahl der Gäste noch mehr dahinter?
!: Ja, denn wir haben damit typische HC- und typische Metal-Leute auf der Platte. Barney hängt ja irgendwo dazwischen, aber die Botschaft nach draußen ist klar: Wir wollen uns nicht auf die HC- oder Metalszene limitieren lassen, sondern für verschiedene Leute interessant sein. Wir laufen nicht mit Scheuklappen herum, spielen und touren sowohl mit typischen HC- wie auch Metalbands. Zudem haben die Drei ähnlich sozialkritische Ansichten wie wir, sie können sich mit ihren Texten also durchaus identifizieren.
?: "War" ist zweifelsohne ein sehr gelungenes Album. Fragst du dich da als Musiker nicht schon mal, was danach noch kommen soll?
!: Erst einmal danke für die Komplimente. Wir machen uns da durchaus Gedanken drüber. Ich denke, wir haben einen klaren Weg eingeschlagen: kompromisslose Härte kombiniert mit einem bestimmten Groove und einem kleinen Touch Melodie. Diese Mischung gilt es weiter auszuarbeiten und zu perfektionieren. Wir wollen unsere Vergangenheit nicht verleugnen, zugleich aber neue Elemente integrieren. Außerdem kann man sich immer noch ein bisschen steigern. Nach dieser Tour steigt übrigens unser Sänger aus persönlichen Gründen aus - da wird sich also auch etwas ändern. Mal sehen was kommt, ha ha...
?: Also keine Angst, die gleiche Platte zwei Mal aufzunehmen?
!: Ein klares Nein. Ein Blick auf unsere Entwicklung zeigt es ja, dass sich all unsere Platte in den Details unterscheiden. Das Debüt etwa war eher Metalcore, die zweite Platte wies deutlich stärkere HC-Einflüsse auf. Wir haben natürlich immer einen roten Faden und so viele Möglichkeiten gibt unser Stil ja auch nicht her. Aber wir passen schon sehr darauf auf, nicht zu ähnliche Alben zu schreiben. Das fänden wir auch als Musiker überhaupt nicht reizvoll oder glaubwürdig. Klar ist aber auch: Härte und Groove gehören definitiv zu Born From Pain und eine Popband werden wir nicht werden, ha ha.
?: Könnt ihr von Born From Pain leben?
!: Leider nicht. Wir verdienen aber ganz okay mit der Band. Ich sage das ganz offen, auch wenn das in HC-Kreisen oft verpönt ist, Geld mit der Musik zu verdienen. Gleichwohl ist die Band ein Nebenjob. Hauptberuflich führe ich IT-Trainings durch, u.a. für Verwalter von Microsoft-Netzwerken. Zudem arbeite ich noch für unser altes Labels und erledige dort Management-Geschichten für kleinere Bands.
?: Hast du ein Lebensmotto?
!: "No pain, no gain." Wenn du in einer Band bist, die sich nicht gerade durch Massenkompatibilität auszeichnet und z.B. nie im Radio läuft, musst du auch schon mal Scheiße fressen, sprich: viel selber machen und viel spielen, zur Zeit bis zu 150 Shows im Jahr. Das bedeutet gerade am Anfang der Karriere oft auch Schmerz - finanziell, körperlich aber auch emotional. Fast jeder in der Band musste sich schon mal von einem Partner trennen, weil wir so viel unterwegs sind. Da braucht es schon einen eisernen Willen und vor allem musst du als Band wissen, was du willst - sonst funktioniert das nicht.
?: Schon mal Zweifel gehabt?
!: Sicher, wenn früher mal nur eine handvoll Leute vor der Bühne standen, fragte man sich schon: "Wofür mache ich das alles?" Aber dann kommen auch wieder gute Zeiten und die halten bei uns zum Glück schon eine Weile an. Das Scheiße fressen hat sich also gelohnt, um eine gewisse Ebene zu erreichen, ha ha...
?: Kennst du ein Gerücht über Born From Pain?
!: Früher dachten einige Leute wir wären eine prollige Band, würden Leute verprügeln und gleich bei einem falschen Wort aggressiv werden. Das ist der größte Witz überhaupt! Mal im Ernst: Die Musik ist hart und manch einer bewegt sich dazu aggressiv auf der Tanzfläche. Aber wir versuchen Leuten offen und freundlich gegenüber zu treten - es sei denn, man wird selber schlecht behandelt.
?: Lass uns mal gemeinsam einen Blick in die Zukunft wagen. Wo stehen Born From Pain in fünf Jahren?
!: Wir haben uns stets Ziele gesetzt und die haben wir auch immer erreicht: vor mehr Leuten spielen als beim letzten Mal oder auch mehr Platten zu verkaufen. Wichtig ist es, sich von Platte zu Platte zu steigern. Dennoch ist deine Frage schwer zu beantworten. Schön wäre es, wenn wir es eines Tages schaffen, europaweit 40.000 CDs zu verkaufen und Hallen für 1.000 bis 1.500 Leute auszuverkaufen. Zum Vergleich: Derzeit spielen wir im Schnitt vor 400 Leuten. Wenn jedes Jahr 50, 60 Fans pro Show dazukommen, könnte es passen. Grundsätzlich finde ich, dass wir uns als Band solche Ziele stecken sollten, denn schließlich investieren wir auch sehr viel in Born From Pain.
?: Möchtest du noch etwas loswerden?
!: Zunächst einmal Danke für das Interview. Ansonsten die Bitte an eure Leser: Setzt euch mal mit unseren Texten und unserer Sozialkritik auseinander. Um manche Dinge kommt heutzutage keiner mehr herum! Man hat nur ein Leben und das möchte doch wohl jeder so lange und gut wie möglich führen. Macht euch Gedanken, seid kritisch und bestimmt euer Leben selbst!

Joachim Brysch


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