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  Story ::: Loreena McKennitt
Review

26.03.2007, München - Philharmonie

April 2007

Neun Jahre Pause sind im schnelllebigen Musikgeschäft fast eine Ewigkeit. Nur die wenigsten Künstler können sich eine solch lange Auszeit erlauben, ohne den Liebesentzug ihrer Fans fürchten zu müssen. Loreena McKennitt kann: Nach Jahren der Abstinenz spielte die leidenschaftliche Globetrotterin im März und April 2007 sechs umjubelte Konzerte in Deutschland - eines davon im Münchener Gasteig.

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Spannung und Vorfreude sind dem bunt gemischten Publikum in der seit einem Monat ausverkauften Münchener Philharmonie deutlich anzumerken. Die im Stile eines Beduinenzeltes gehaltene und an das "An Ancient Muse"-Cover angelehnte Bühnendekoration, flackernde, maurische Laternen und esoterisch anmutende Nebelschwaden tun ein Übriges, um die Erwartungshaltung der Besucher zu steigern. Um kurz nach 20 Uhr ertönen dann die ersten Harfenklänge: Mit "She Moved Through The Fair", einer mittelalterliche Ballade über die Liebe, beginnt eine knapp zweieinhalbstündige musikalische Reise durch Zeit und Raum, die das Münchener Publikum kollektiv in Begeisterung und Trance gleichermaßen versetzt.

Dazu trägt neben der betont dezenten Bühnenbeleuchtung vor allem die glasklare Sopranstimme Loreena McKennitts bei. Diese Stimme ist der rote Faden zwischen vielschichtigen Klängen und mystisch-poetischen Texten von Okzident bis Orient. Dabei beherrscht die 50-jährige Kanadierin nicht nur die sanften Nuancen traumhaft sicher. Gerade die erstaunlich voluminösen Passagen sorgen im Zusammenspiel mit Harfe, Piano oder Akkordeon immer wieder für Gänsehaut im Publikum. Besonders verblüffend: McKennitt trifft jeden Ton so exakt, dass ihre Live-Performance den Studioaufnahmen in keiner Weise nachsteht. Allein diese Weltklasse-Gesangsleistung ist am heutigen Abend jeden Cent des Eintrittsgeldes wert.

Doch auch die neunköpfige Begleitband lässt sicht nicht lumpen. Bestückt mit allerlei ungewöhnlichen Instrumenten wie Drehleier, Nyckelharpa oder griechischer Laute knüpfen die Musiker einen intensiven Klangteppich voller stilistischer Feinheiten. Allein drei Percussionisten sorgen für mal hypnotische, mal treibende Rhythmen. Logisch, dass die Zuschauer solch spielerische Hingabe immer wieder mit Szenenapplaus entlohnen. Das Echo der Künstlerin folgt prompt. Artig bedankt sich die mit Ansagen recht sparsam haushaltende Sängerin für den warmen Empfang und versichert treuherzig, dass erst die Anwesenheit der Besucher dem Abend das besondere Etwas verleihe. Bemerkenswerte Akzente setzen ferner die anmutige Caroline Lavelle am Cello, Brian Hughes an E-Gitarre, Oud und Bouzouki sowie "Teufelsgeiger" Hugh Marsch. Bei "Bonny Portmore" etwa liefern sich die beiden Herren ein atemberaubendes Saitenduell voller Energie und Leidenschaft.

Imponierend zudem, wie die Musiker im Kollektiv harmonieren. Besonders gut zur Geltung kommt die Gesamtleistung des Ensembles bei den wenigen wirklich schwungvollen Stücken des Konzerts. Songs wie das hochpopuläre "The Mummers' Dance", "Santiago" oder "Marco Polo" wirken live, auch durch die Unterstützung eines Schlagzeugs, deutlich organischer und lebhafter als auf CD. In solchen Momenten entfalten die McKennittschen Kompositionen ihre ganze Kraft und das Folk-Ensemble spielt sich mit Leichtigkeit tatsächlich in Richtung Rock. Symbolischer Ausdruck dieser Leichtigkeit: Ein Luftsprung der rot gelockten Sängerin während "Santiago".

Naturgemäß enthält die knapp 20 Lieder umfassende Setlist mit "The Gates Of Istanbul", "Penelope's Song", "Caravanserai", "Beneath A Phrygian Sky" oder "Never-Ending Road" zahlreiche Stücke vom aktuellen Album "An Ancient Muse". Mit "The Bonny Swans", den bereits erwähnten "The Mummers' Dance" und "Santiago", The Highwayman", "Dante's Prayer" oder "The Lady Of Shalott" kommen aber auch diverse, zu Klassikern gereifte Stücke zum Zuge. Nach vehementen Zugabebekundungen des Publikums beendet das ergreifende "Cymbeline" den Abend. Der Kreis schließt sich: Noch einmal Loreenas klare Stimme umgarnt von zarten Harfenklängen, noch einmal Gänsehaut pur.

Fazit: Ein intensiver und doch kurzweiliger Konzertabend voller sinnlicher Eindrücke. Es bleibt zu hoffen, dass nicht erneut neun Jahre vergehen, bis Loreena McKennitt livehaftig zur musikalischen Weltreise lädt. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle Karen Shook und Sheri McKay für ihre unkomplizierte und zuvorkommende Hilfe.

Joachim Brysch


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