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  Story ::: Megadeth
Review

10.03.2008, München - Georg-Elser-Halle

März 2008

Für Megadeth wachsen die Bäume anno 2008 nicht in den Himmel. Statt wie ursprünglich geplant im "Zenith" aufzutreten, steht die Band in München in der deutlich kleineren "Georg-Elser-Halle" auf der Bühne. Kein wirklicher Nachteil, denn wer das "Zenith" kennt, der weiß: Ambiente und Klang sind hier schlicht grauenhaft. Also lieber eine ordentlich gefüllte (aber nicht ausverkaufte) "Georg-Elser-Halle", als ein maximal halbvolles "Zenith". Auch Megadeth selbst scheint der Umzug nicht zu stören. Die Band steigt gegen 22 Uhr mit dem starken Triple "Sleepwalker", "Take No Prisoners" und "Wake Up Death" ein. Band-Chef Mustaine weiß zudem genau, wo er ist. Das war - drogenbedingt - ja nicht immer so. Heute posiert "Mega-Dave" in einem "Hofbräuhaus München"-Shirt und lässt damit keinen Zweifel an seinen Orientierungskünsten aufkommen.

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Und sonst? Megadeth stehen nach wie vor für Metal - auch optisch. Drummer Shawn Drover thront in einer Art Schlagzeugkäfig über den Köpfen der Band, Bassist James LoMenzo frisst Kilometergeld und zielt mit seinem Instrument auch schon mal in bester Lemmy-Manier auf das Publikum; Neuzugang Chris Broderick fügt sich dem munteren Treiben nahtlos ein und bearbeitet seine sechs Saiten zudem mit hoher Präzision. Aber was heißt hier munteres Treiben? Mustaine selbst wirkt gegen seine Kollegen wie ein Ruhepol. Wenn er sich nicht gerade zum Soli-Posing an den Bühnenrand begibt, steht Häuptling Rotlocke wie festgetackert hinterm Mikro. Auch seine Stimme klingt seltsam leise und kraftlos. Klar, das mag auch am mäßigen P.A.-Mann liegen, der den Gesang viel zu weit in den Hintergrund mischt. Dennoch wirkt es ein bisschen so, als sei der einstige Heißsporn Mustaine zu einem Prinz Valium mutiert. Ansagen macht er fast keine und würde Mustaine nicht singen, wäre nur zu vermuten, dass unter dem immer noch üppig wuchernden Rotschopf tatsächlich ein Gesicht steckt. Immerhin ist Dave nicht zu träge, im Laufe des Gigs seine imposante Gitarrensammlung zu präsentieren. Allerdings hat der frühere Kindskopf noch lange nicht überall nur Freunde. In München verfehlen Mustaine zwei gut gefüllte Bierbecher nur knapp. Schwachmaten! Am heutigen Abend gibt es gar keinen Grund für dererlei sinnfreie Aktionen.

Denn die Band wirkt durchaus motiviert und spielfreudig, der Ritt durch die Setlist macht entsprechend Spaß: Ob "Skin O' My Teeth", "Trust", "Kick The Chair", "Hangar 18", "Gears Of War", "Tornado Of Souls", "Never Walk Alone" oder "Ashes In Your Mouth" - die Mischung ist recht ausgewogen. Auch, dass Megadeth das - in kommerzieller Hinsicht - sicherlich erfolgreichste Stück "A Tout Le Monde" in der ersten Hälfte des Sets spielen, spricht für die Band. Das Lied zählt an diesem Abend ebenso zu den Highlights wie "In My Darkest Hour", "Symphony Of Destruction" und natürlich "Peace Sells".

Alles gut also? Vieles, aber nicht alles: Dass die Band keinen Song vom Debüt "Killing Is My Business...And Business is Good!" bringt, ist ebenso entäuschend wie das Fehlen von "Anarchy In The U.K.". Überhaupt ist die Spielzeit mit rund 80 Minuten für einen Act mit dieser Lebensdauer eher bescheiden. Für 120 Minuten reicht das Songmaterial eigentlich locker. Wenn man dann bedenkt, dass an der Abendkasse 35 Euro fällig wurden, kommt ein ganz ordentlicher Minutenpreis heraus... Unter dem Strich gibt es dennoch fast nur zufriedene Gesichter. Am Ende des Konzerts feiern die Fans die Band mit "Megadeth"-Rufen und die Band dankt es mit Händeklatschen und Daumen-nach-oben-Gesten. Drei, vier Songs mehr wären dennoch fein gewesen.

Joachim Brysch


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