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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: A Testimonal Dinner - The Songs Of XTC |
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Zwei Tribute-Alben, die sich mit zwei der größten britischen Pop-Bands der (ausgehenden 70er und) 80er Jahre beschäftigen.
Während sich im Fall von XTC die beteiligten Bands noch auf naheliegende Klassiker wie "Senses Working Overtime" (Spacehog), "All You Pretty Girls" (Crash Test Dummies) oder "Making Plans For Nigel" (The Rembrandts) stürzen, haben sich im Fall von The Smiths Bands/Interpreten wie The Boo Radleys ("The Queen Is Dead"), The Trash Can Sinatras ("I Know It's Over"), Billy Bragg ("Never Had No One Ever") oder Therapy? ("Vicar In A Tutu") ausschließlich auf das beste Smith-Album ever, "The Queen Is Dead" bezogen und dies komplett neu eingespielt.
Beide Alben haben ihre ganz großen Momente und die natürlich dann, wenn der Interpret sich möglichst weit vom Original entfernt.
Tut er das nicht, wie die Rembrandts im Fall von "Making Plans For Nigel", dem noch immer schönsten XTC-Song, dann freut zwar, dass auch eher Kommerz-Pop-orientierte Bands wie die Rembrandts offensichtlich ihre Freude an den britischen, verschrobenen Art-Poppern haben, aber man greift doch besser zum Original.
Absolut umwerfend dagegen die Variante von "The Man Who Sailed Around His Soul" von Salsa-As Ruben Blades, die alleine schon die Anschaffung des Albums lohnt.
Überhaupt scheint das Spektrum der Beteiligten im Fall von XTC mit Acts wie erwähntem Ruben Blades, mit Joe jackson, den Crash Test Dummies oder auch Sarah McLachlan weiter gestreut, als bei dem Smith-Tribute. Hier nämlich gibt man sich mit Interpreten wie The Boo Radleys, Therapy, Billy Bragg, Supergrass oder The High Llamas betont britisch. Das mag auch auf die Rezeption beider Bands in den USA hinweisen: Während XTC in US-College-Kreisen durchaus viele Freunden hatten, haben The Smiths in "God's Own Country" meines Wissens nie eine große Rolle gespielt.
Das aber ändert nichts daran, daß auch hier dann erstklassige Arbeit abgeliefert wird, wenn man so wie The Boo Radleys etwas riskiert: Deren trippige Version von "The Queen Is Dead" ist deutlich näher an Tricky oder Portishead, denn an Morrissey/Marr. Wunderschön, aber nah am Original, auch die bläser-unterstützte Version von "Never Had No One Ever", vorgetragen von Billy Bragg, einer weiteren britischen Pop-Ikone, der aus dem Song einer Trauermarsch à la Tom Waits macht.
Wunderschön auch das in Cave'scher Manier interpretierte "There's A Light That Never Goes Out" von The Divine Comedy.
Zeilen wie "I had a very bad dream, it lasted 20 years, 7 months, and 27 days" aus "Never had No One Ever" oder die schönste, weil ultimative Liebeserklärung "There's A Light That Never Goes Out" ("...and if a double-decker bus crashes into us, to die by your side, the pleasure and privilege is mine...") machen allerdings auch klar, dass es in der Tat am Ende "the singer, not the song" ist: Nur Köpfe Morrissey/Marr oder Partridge/Moulding waren in der Lage, solche Songs zu schreiben. Andere können sie allenfalls gekonnt interpretieren. Nichtsdestotrotz sind beide Alben empfehlenswert.
Andreas Kötter
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