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  Lords Of Chaos ::: Michael Moynihan und Didrik Söderlind
Review

Lords Of Chaos - Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund
Lords Of Chaos
Satanischer Metal: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund
Michael Moynihan und Didrik Söderlind
Prophecy Productions
 
Dokumentation
ISBN 3936878005, 420 Seiten, 20 Eur

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Lasst uns Teufel spielen!

Das vorliegende Buch ist ein zweischneidiges Schwert und wie immer man sich darüber äußert, man wird in jedem Fall Unverständnis ernten. Und das kommt so:

Einer der Autoren ist Michael Moynihan. Sowohl sein künstlerisches Werk wie auch seine journalistische Arbeit polarisieren stark. Gerade die ausgeprägte, streitbare Symbolik, derer sich Moynihan im Rahmen seiner Formation Blood Axis bedient, rückt den Künstler in politisch umstrittene Gefilde.

Desweiteren prangt die Blasphemie nicht nur schon in Form einer brennenden Kirche auf dem Umschlag, sondern wird im Innern des Buches ausführlich fortgeführt und zu einem nicht ungewissen Grad - genauso wie Mord, Totschlag und andere Gewalt - verherrlicht.

Und schließlich nennt sich das vorgenommene Thema zwar "Satanismus", trifft aber so gut wie nie den Nagel auf den Kopf. Sicher, böse geht es da im Oslo um 1992 schon zu, doch wer sich einmal - und wenn auch nur oberflächlich - mit den satanischen Grundsätzen nach zum Beispiel LaVey befasst hat, wird alsbald bemerken, dass es sich bei den "Lords Of Chaos" vornehmlich um infantile Zerstörungswut, rechtsgerichtete Ausschweifungen, Machismo und pure Langeweile drehte.

Und dennoch: Selten kam dem geistig gefestigten Leser derart amüsante Lektüre in die Hände. Nicht unähnlich einem dumpfen Ego-Shooter wird seitens der Protagonisten inbrünstig demoliert, was das Zeug hält, und dazu wahlweise Phrasen gedroschen oder intellektuell masturbiert. Die braven Herren Autoren schildern alles natürlich dokumentarisch distanziert und versuchen so, dem Inhalt einen seriösen Stempel aufzudrücken, was aber nur bedingt gelingt. In den meisten Fällen steigert es einfach das Wohlgefühl des Connaisseurs zu lesen, unter welchen albernen Namen die sogenannten "harten Kerle der Black Metal Szene" agierten und aus welchen Gründen sie sich gegenseitig in den Kopf schossen. Kinderkram und wenn überhaupt irgend etwas, dann ein bloßes Kopfschütteln wert.

Die tatsächliche Faszinosa an "Lords Of Chaos" sind also nicht die Lebensweisheiten eines dahergelaufenen Teenage-Satanisten, sondern vielmehr der musikhistorische Hintergrund. Schließlich weiß kaum jemand, dass die erste Platte, auf der eine schwarze Messe zu hören war, von der Band Coven stammte, und bereits ein Jahr vor dem ersten Black Sabbath-Album auf den Markt kam. Oder wie steht’s um Venom, unter deren Einfluss sich in Europa ganze Heerscharen junger Thrash und Black Metal-Bands wie Sodom, Bathory und Hellhammer formierten, die allesamt auf ihren frühen Alben ihre Anhängerschaft mit satanischem Textgut und wütenden, aggressiven Sounds begeisterten?

Jedenfalls: Während die oben genannten noch sangen, setzten ihren Nachfahren das brachiale Wunschdenken in Taten um. Und eben diese sind detailgetreu in "Lords Of Chaos" nachzulesen und formieren sich im Laufe des knapp 400seitigen Wälzers zu einer empfehlenswerten Gute-Nacht-Geschichte. In diesem Sinne: Egöm eid elknud Zhcam tim Rid nies.
 
Inga Stumpf

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