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  Unscharfe Bilder ::: Ulla Hahn
Review

Unscharfe Bilder -
Unscharfe Bilder

Ulla Hahn
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA)
 
Roman
ISBN: 3-421-05799-0, 288 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag, 18,9 Eur

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Die Lyrikerin Ulla Hahn hat mit "Unscharfe Bilder" ihren dritten Roman veröffentlicht. Nach ihrem grandiosen Vorgänger, "Das versteinerte Wort", in dem sie den Alltag eines jungen Mädchens im rheinischen Raum der Fünfzigerjahre schildert, geht sie in ihrer neuen Erzählung noch einige Jahre weiter zurück.
Lediglich zwei Akteure bestimmen den eigentlichen Handlungsverlauf: Der pensionierte Studienrat Dr. Hans Musbach und dessen Tochter Katja, die den 82-jährigen regelmäßig in einem Hamburger Seniorenheim besucht. Die Tochter hat kürzlich die Wehrmachtsausstellung, die in der Hansestadt gezeigt wird, besucht und ist seit dem verstört und irritiert. Auf einem Foto, das die Erschießung von Kriegsgefangenen zeigt, meint sie ihren Vater als vollstreckenden Täter zu erkennen. Sie erwirbt den Ausstellungskatalog, in welchem besagtes Foto allerdings nicht abgebildet ist, um ihn Hans Musbach zu überreichen und tritt damit eine Lawine los.
Katja will die Wahrheit wissen und der Vater beginnt, zunächst zaghaft, mit dem Erzählen. Langsam, Schritt für Schritt, gelangt er an längst verdrängte Erinnerungen. Er berichtet vom Krieg und seinem verlorenen Freund Hugo, erzählt von Hunger, Durst, Grausamkeiten und Tod. All das reicht der Tochter nicht aus, ja sie verbeißt sich geradezu in ihrer Wahrheitsfindung, so dass der Vater immer tiefer in die Vergangenheit vordringen muss.

Ulla Hahns neuer Roman behandelt ein moralisches Problem, das aus der deutschen Geschichte gewachsen ist. Die Tochter sieht sich mit der unfassbaren Möglichkeit konfrontiert, dass ihr eigener Vater, diese gute, liebenswerte Person, ein Mörder war und sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob so etwas tatsächlich möglich sein kann: Mörder und liebevoller Mensch zugleich?
Hinzu kommt das Aufeinanderprallen zweier unterschiedlichen Generationen mit absolut anderen Erlebniswelten. Eine Thematik, die, wenn überhaupt, bei uns stets im Wechselbad von Schuld und Vorwürfen behandelt und von der Autorin beeindruckend umgesetzt wurde, da sie nicht, wie so oft in solchen Fällen, mit einer besonderen Distanziertheit an die Problematik herangeht.
Sowohl der Vater als auch die Tochter können den Leser bewegen und berühren, ja ihn veranlassen, Partei zu ergreifen. Schon sehr bald ist man zwischen ihnen hin und her gerissen. Des Lesers Standpunkt beginnt oftmals zu schwanken, die Sichtweise wirkt mehr und mehr verschwommen – so werden es tatsächlich "unscharfe Bilder".
 
Norbert Striemann

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