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  Alles Lalula 2 ::: Wolfgang Hörner & Herbert Kapfer (Hg.)
Review

Alles Lalula 2 - Songs und Poeme von der Beat-Generation bis heute
Alles Lalula 2
Songs und Poeme von der Beat-Generation bis heute
Wolfgang Hörner & Herbert Kapfer (Hg.)
Lido
 
Hörbuch
ISBN 3-8218-5242-9, 2 CDs, 139 Minuten, Multibox mit 24-seitigem Booklet, 25,- Eur

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Wer diese beiden CDs auf Zimmerlautstärke laufen lässt, kann was erleben. Nachbarn und Freunde könnten komisch kucken, miteinander tuscheln oder sonst irgendwie merkwürdig reagieren. Denn das, was sich auf "Lalulala 2" an lyrischer Freiheit tummelt, ist schon sehr ausgefallen. Zwischen blankem Nonsens, akustischer Provokation und Hau-Ruck-Humor pendelt das – und es gehört mit seiner konzentrierten Bilderstürmerei eindeutig ins 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Dekonstruktion von Sinn. Es ist ein Verweilen im sinnlosen Augenblick, ja geradezu ein Sich-Erfreuen daran, das sich hier dokumentiert. Die Grunderfahrung von Absurdität wird konsequent ausgelebt. Hauptsache, die Zeit rumkriegen, egal wie. Dass da ein Aufbegehren, ein Sich-nicht-Begnügen mit einer allzu uniformen Welterfahrung im Hintergrund steht, ist deutlich zu hören. Die Freude am sprachlichen Experiment der 54 Autoren ist schön und gut. Man könnte sie aber auch als blanken Egoismus werten.

Denn vieles auf diesen zwei CDs macht den Eindruck, als würde hier auch noch der letzte solipsistische Erguss aus dem Munde gemolken. Na und, könnte man argumentieren, es muss doch nicht alles wertvoll, nett, unterhaltsam sein und von allen verstanden werden. Doch, könnte man dagegen argumentieren, denn wer eigentlich nichts zu sagen hat, dem steht es ja grundsätzlich frei, auch mal zu schweigen - anstatt die Öffentlichkeit zu suchen. "Ich habe nichts zu sagen und ich sage es" – ein Wort von Samuel Beckett – gilt meiner Meinung nach heute nicht mehr. Willkommen im 21. Jahrhundert!

Freilich, wer sich dem Phänomen Sprache von den Rändern des kommunikativen Sinns nähern will, kommt hier voll auf seine Kosten. Einige wenige Perlen sind darunter, von Ernst Jandl, Allen Ginsberg, John Cage und anderen populären Klangmalern. Beim Großteil der Stücke geht es aber einfach nur darum, Sprache und ihren Sinn zu zerstören. Und sonst gar nichts. Ein doch recht einförmiges Konzept, dessen Originalität sich ziemlich schnell erschöpft. Archivare wird´s freuen. Die kommen hier voll auf ihre Kosten. Ansonsten würde ich fragen: Wer braucht diese Veröffentlichung? – oder vielmehr: Wer hört sich das allen Ernstes an?

"Alles Lalula 2" ist eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks mit der Hörbuchabteilung des Eichbornverlags, Lido. Wahrscheinlich ist das alles Metatext: Die beiden CDs wurden nämlich durchweg von Frauen produziert und zu hören sind mindestens zur Hälfte nur grölende, gurgelnde und stöhnende Männer. Das kann doch kein Zufall sein!
 
Peter Backof

  Wolfgang Hörner & Herbert Kapfer (Hg.) bei ebay

 

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