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  So werde ich Popstar mit Links ::: Karin Breuer
Review

So werde ich Popstar mit Links -
So werde ich Popstar mit Links

Karin Breuer
Eichborn
 
Belletristik
ISBN 3-8218-4818-9, Eur 4,99

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Ich schlage das Buch auf und lese. Da verstehe ich plötzlich schon mal das eine: den Titel. So werde ich Popstar mit Links, gemeint ist nicht mit links wie easy-pisi, einfach und schnell, sondern die Links, die das Internet bietet. Hmm, das hätte mir der pixelige Pfeil auf dem Cover auch schon früher signalisieren können. Na gut, eine von vielen Verwirrungen und Doppeldeutigkeiten, die sich im Zuge des Lesens dieses Buches bei mir auftun.
Popstars, Superstars das waren mal Leute die es ernst meinten mit ihrer Musik, ihrem Ruhm, ihrem Image. Madonna zum Beispiel, eine der großen Künstlerinnen der "Postmoderne" – sie ist vollkommen leer, "ihre Inszenierung entsteht entlang der Kraftlinie kollektiver Phantasien. (...) Sie ist eine vollkommene Projektionsleinwand." (vgl. S.170 – Trendbuch, Matthias Horx) Das hat sie getan für Ruhm und uns, das Publikum.
Oder Ozzy Osbourne: er hat sich wirklich dumm gesoffen und seinen Körper bis zur Schädigung mit Drogen versorgt, um ein ernsthaft versoffener Sex, Drugs`n´RocknRoller zu sein. Für Ruhm, Geld und das Publikum.

Und jetzt gibt es Casting-Shows, Büchlein mit links und Links die aus jedem, der möchte, einen Popstar machen wollen – "du bist unmusikalisch, siehst dämlich aus, hast kein schauspielerisches Talent, keine reichen Eltern und willst es trotzdem versuchen? Du bist ein armes Schwein, aber vielleicht kann dir trotzdem geholfen werden,..." – so verspricht es Karin Breuer. Die Casting-Shows, die Vertreter der Einweg-Plattenfirmen und Eintagsfliegen-Musikproduzenten holen dich direkt aus deinem Kinderzimmer im Haus deiner Eltern. Dort steht noch das IKEA-Stockbett, das du dir noch bis vor kurzem mit deiner Schwester geteilt hast. Jetzt bist du Popstar – drei Monate haben dein Leben verändert. Du coverst Songs – denn eigene hast du nicht, du schreibst mit 20 deine Biografie und hast noch nichts erlebt – du willst also einfach nur ein paar Mal mit einem Mikro in der Hand im Fernsehen sein. Schön und gut, ein paar dieser zwar etwas flachen und nichts sagenden trotzdem oder vielleicht genau deshalb manchmal unterhaltsamen Gestalten kann unsere Gesellschaft bestimmt (er)tragen – doch warum wird auf so vielen Kanälen zur Zeit versucht uns weis zu machen, dass ein bisschen berühmt sein und ein paar Auftritte im Fernsehen ein erstrebenswertes Ziel sind? Wo bleibt dann der wirkliche Beitrag zur Popkultur, zur Musikgeschichte?
So halte ich es lieber mit "...alle diese Menschen, die lieber der nette Nobody von nebenan bleiben würden, dürfen dieses Buch gerne wieder zurück ins Regal stellen." Zitat Frau Breuer.
"In the future everybody will be famous for 15 minutes” sagte Andy Warhol – und nur die letzte unberühmte Person wird auf Grund ihrer Unberühmtheit den ganz großen Ruhm erlangen; sagte ein anderer schlauer Kopf. Ich sitze still und warte.
 
Constanze Krietsch

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