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  Justice For All ::: Joel McIver
Review

Justice For All - Die Wahrheit über Metallica
Justice For All
Die Wahrheit über Metallica
Joel McIver
Schwarzkopf & Schwarzkopf
 
Biografie
ISBN 3-86543-035-X, Deutsche Ausgabe, Hardcover, 438 Seiten, Fotos s/w, 34,95 Eur

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Tourdaten
Letzte News ::: 09.02.2006

Metallica existieren seit einem Vierteljahrhundert und haben es in dieser Zeit geschafft, zu einem der größten und einflussreichsten Acts im Musikgeschäft aufzusteigen. Logisch eigentlich, dass es über Metallica eine ganze Menge zu erzählen gibt. Logisch auch, dass "Justice For All - Die Wahrheit über Metallica" nicht das erste Buch über die Band ist, aber sicherlich eines, das den Blickwinkel des Fans besonders stark berücksichtig. Autor und Musik-Journalist Joel McIver stellt auch gleich zu Beginn klar, dass es sich bei seinem Werk nicht um eine autorisierte Biographie handelt, sondern eine sehr subjektiv geprägte Sicht der Dinge. Ein Umstand, der der Lektüre von "Justice For All - Die Wahrheit über Metallica" alles andere als schadet: McIver verbindet persönliche Ansichten so geschickt mit chronologisch geordneten, interessanten Fakten, dass er immer wieder "Andockstationen" für den Leser anbietet, ganz gleich, ob man nun McIvers Bewertungen teilt oder nicht.

Zu den Stärken des Briten zählen zum einen seine klare, leicht verständliche Sprache, sowie zum anderen seine akribische Recherchearbeit. Als Quelle dienten rund siebzig Interviews mit Personen aus dem näheren und weiteren Umfeld der Band. Zu den Interviewten zählen zahlreiche bekannte Musiker von Bands wie Slayer, Exodus, Testament, Anthrax, Metal Church, Motörhead, Venom, King Diamond, Diamond Head oder Megadeth, der langjährige Metallica-Produzent Flemming Rasmussen, Bandfotograf Ross Halfin (mag Lars Ulrich nicht besonders...), sowie Vertreter des Musikgeschäfts (Brian Slagel, Jon Zazula) und Musikjournalisten. Hinzu kommen zahlreiche Statements, die Metallica selbst im Laufe der Jahre in der Öffentlichkeit von sich gegeben haben.

Damit gelingt es McIver, ein Gesamtbild von Metallica zu kreieren, das die Entwicklung der Band von einem jungen wilden, von der NWOBH beeinflussten Haufen zu einem Millionen-Seller und Stadion-Act gut nachzeichnet. Deutlich wird auch, dass vor allem Ulrich & Hetfield von Anfang an mit kompromissloser Leidenschaften und Ehrgeiz zur Sache gingen, sich der Erfolg der Band aus den Komponenten Talent, harte Arbeit, eiserner Wille und dem Quäntchen Glück (zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein) speiste.

Zuweilen liest sich das Buch wie ein Trip durch die Musikgeschichte, denn McIver stellt die Laufbahn Metallicas sinnvollerweise immer wieder in den Kontext der Gesamtentwicklung der Metal- und Rockgeschichte von den Anfängen der Thrash-Bewegung über die Grunge-Welle bis hin zu Einflüssen von Rap und HipHop. Klar wird im Rückblick auch, wie schmerzlich der tragische Tod des Bassisten Cliff Burton im Jahre 1986 auf die Band nachwirkte und wie lange sein Nachfolger Jason Newstedt als Leidtragender des nicht verarbeiteten Unglücks herhalten musste. Auch der Streit zwischen Metallica und der Musikbörse Napster kommt zur Sprache, wenngleich McIver das Thema etwas zu ausführlich behandelt.

Kurzweiliger lesen sich da schon die immer wieder eingestreuten Thesen zur Entwicklung der Band, etwa ob das "Black Album" wirklich die beste Metallica-Platte ist. In einem Für und Wider beantwortet McIver die aufgestellten Thesen selbst und will damit dem etwas reißerischen Buchtitel gerecht werden. Im Falle des "Black Album" etwa kommt er zu dem Urteil, dass die ersten vier Alben der Band musikalisch allesamt besser waren und "Kill Em All" zudem einflussreicher auf die Musikszene gewirkt habe als das "Black Album". Es fällt leicht, McIver in diesem Punkt zu folgen, allerdings hat diese Wertung wohl weniger etwas mit der Wahrheit, als mit dem persönlichen Geschmack zu tun.

Sehr unterhaltsam sind natürlich auch die zahlreichen Anekdoten aus der Karriere der Band. So erfährt man beispielsweise, dass Kirk Hammett seine erste Gitarre, eine "Montgomery Ward", über einen selbstgebauten Verstärker gespielt hat - dieser bestand aus einem Vier-Zoll-Lautsprecher und einem Schuhkarton (!). Den Bandnamen Metallica hat Lars Ulrich dem befreundeten Fanzine-Macher Ron Quintana geklaut. Der hatte den Drummer zuvor gefragt, welcher Name sich wohl besser für seine Zeitschrift eigne, "Metal Mania" oder "Metallica". Lars empfahl ihm ersteren und übernahm Metallica einfach für seine Band. Dadurch ist uns allerdings einiges erspart geblieben. Denn zuvor hatte der Schlagzeuger eine Liste mit möglichen Band-Namen aufgestellt, darunter der Vorschlag, den Namen Lars Ulrich rückwärts zu schreiben... Unklar bleibt in diesem Zusammenhang leider, wer das berühmte, scharfkantige Metallica-Logo entworfen hat.

McIver bemüht sich immer wieder, die persönlichen Charaktere der Band zu beleuchten, was ihm allerdings nur in Teilen gelingt. Gerne hätte man noch etwas mehr über die privaten Seiten der Musiker erfahren. Allerdings muss man McIver zugestehen, dass solche Informationen - wenn überhaupt - nur extrem schwer zu bekommen sind - zumal der Autor mit keinem der Bandmitglieder persönlich gesprochen hat. Immerhin thematisiert McIver ungeschminkt sowohl die Alkoholsucht von James Hetfield, als auch die ausgeprägte Kokain-Phase der Band zu "Justice For All"-Zeiten. Schließlich kommt auch der Humor nicht zu kurz, wenngleich zuweilen unfreiwillig. Diamond Head-Sänger Sean Harris etwa stellt die Klischees über Sex, Drugs & R'n'Roll völlig auf den Kopf, als er sich an die aktive Zeit der Band erinnert: "Nach den Gigs spielten wir meistens Monopoly. Wir waren Muttersöhnchen aus Birmingham!"

Fazit: Das Buch besitzt genügend Substanz, um sowohl langjährige als auch neuere Metallica-Fans bestens zu unterhalten. Die teilweise polarisierenden aber nie unfairen Wertungen des Autors machen es zudem leicht, die Vielschichtigkeit einer der wichtigsten Metal- bzw. Rockbands unserer Zeit nachzuvollziehen. Kurzum: lesenswert!

P.S.: Das Vorwort stammt übrigens von Thomas Gabriel Fischer, Sänger der vor kurzem reformierten Celtic Frost.
 
Joachim Brysch

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