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  Blackbox ::: Benjamin v. Stuckrad-Barre
Review

Blackbox -
Blackbox

Benjamin v. Stuckrad-Barre
Kiepenheuer & Witsch
 
Pop-Literatur
ISBN 3-462-02957-6

> Buch-Preisvergleich


Benjamin v. Stuckrad-Barre ist der Inbegriff dessen, was wir hierzulande als den "Pop-Literaten" bezeichnen. Pop ist der Inbegriff dessen, was wir hierzulande als - wie es Die Fantastischen Vier bereits berappt haben – (pop-pop-)populär bezeichnen. Aus dem was die Fantas darüber sagen schließend, muss populär sein: was den Massen gefällt, was die Kohle einfährt und die Charts erklimmt. Was die Sprache spricht, die gerade fett ist. Ein Pop-Autor ist also in etwa das vielleicht, was Autoren wie Jack Kerouac, Neal Cassady oder Tom Wolf die Beat-Generation hat sein lassen. Die Umstände haben sich geändert, die Werte mit ihnen und somit auch die Wertvorstellungen. Damals hatte man kein Geld - war man frei, schnell und der Zeit voraus. Heute macht frei, was finanziert, schreibt man noch schneller und ist immer auf der Höhe der Zeit. So ist es kein Ding (Digger das Ding hat Swing), ernsthafter Literat und doch Gag-Schreiber für die tägliche Dosis "American Flavor" eines deutschen Senders (bei dem noch deutsches Wasser live getrunken wird) zu sein. Ich weigere mich, das zu kritisieren. Ich werde vielmehr zugeben, dass dieser Umstand zu einer ausladenden Geste der Wertschätzung (Respekt Aldda, dasss echt Fett) gereicht.

Dass Stuckrad-Barre als Pop-Literat firmiert, ist schon aus den Titeln seiner Bücher abzuleiten. Da heißt es "Soloalbum" (Roman, 1998, KIWI 514), "Livealbum" (Erzählungen, 1999, KIWI 546), "Remix" (Texte, 96-99, KIWI 547) oder "Live Recordings" (CD, 1999, Hör Verlag). Er geht auf Tournee durch Konzerthallen der Republik, tritt bei "Rock am Ring" auf oder hält eine Lesung mit Charlotte von VIVA. Und dann kommt da sein neuestes Buch "Blackbox". Und das ist populär wie in "MfG" das "Eschede", denn was ist populärer als die Katastrophe?! Und so beschreibt es dann auch die Einleitung zu diesem Buch mit: "Im Zweifelsfall ist die Blackbox die letzte Hoffnung auf der Suche nach den Ursachen für Abstürze... Die Blackbox merkt sich alles, zeichnet Gespräche genauso auf wie Kursänderungen... ist so stabil, dass sie den Absturz zumeist übersteht. Man muss sie nur finden."

Nun denn, wer hier suchet, der findet. Da ist "Big Brother" genauso Thema wie "Danke Anke", Drogen und Computerzeitalter. Eben Real-Satire in Reinform. Beat der Zeit, Pop oder wat?! "Blackbox" ist nicht die Fortsetzung von all den bereits aufgezählten aber dennoch eine konsequente Weiterführung des schön zu Papier gebrachten. Aber was sagt der Popautor denn selbst dazu?

POP-AUTOR: "Für mich war danach nichts mehr wie zuvor. Ulrich Wickert hat demonstriert, wie man trotz Händen auf dem Rücken ein Glas Caipirinha austrinken kann, ohne dabei auch nur einen Tropfen zu verschütten, ganz unglaublich sah das aus (speichern unter: Kranken-Akte Danke Anke, 'Blackbox')."

Wer also jetzt eine Entscheidungshilfe für oder gegen dieses Buch von mir erwartet, dem soll an dieser Stelle mit Nachdruck der Vorschlag gemacht werden, sich selbst eines besseren zu belehren und einfach selber zu lesen und zwar vielleicht lieber das Werk selbst als die Meinung derer, die darüber urteilen. Denn bei denen, die Bücher beschreiben, ist es nicht anders als bei denen ‚ ...die sich professionell mit der Bewertung neuer Platten beschäftigen... um uns das Neue näherzubringen oder es von uns zu rücken, uns vom Erwerb abzuraten, holen sie das Prachtstück herunter und sortieren es ein – es klingt wie...
Nach Rock kam irgendwann Post-Rock, und egal ob Verweigerung oder Ehrung, alles Schaffen wird eine Bezugnahme bleiben, denn jedes Handwerk erlernt man auf Basis bisheriger Klassiker. Mit diesem Wissen dann skrupellos oder gar gotteslästerlich umzugehen, ist heldenhaft und nicht undankbar (vom Netz, Blackbox).

Wer dennoch einen gut gemeinten Rat annehmen will, dem sei hier gesagt: Was zu tun ist, ganz klar, ist dieses Buch zum Mitreden zu lesen oder es zu lassen - aber dann auch den Mund zu halten. Vielleicht mal beim Autor daheim vorbei schauen (stuckradbarre.de) und gegebenenfalls das letzte und vielleicht auch das Buch davor noch mal, oder zum ersten mal lesen, weil das echt POPULÄR ist.
 
Carsten Bäumer

  Benjamin v. Stuckrad-Barre bei ebay

 

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