copyright discover koeln, 2002 werbung
discover - musik & mehr
  CD-Reviews Interviews Stories News Touren Bücher und Comics Sound & Video Bandlinks, Labellinks, Surftipps Die aktuellen MP3- und Videocharts  
Finden
 

Mr. Undercover
Werbung ist wie Teflon

Lieblingstouren

anzeige
anzeige
 
  20 unter 30 ::: Martin Brinkmann, Werner Löcher-Lawrence (Hg.)
Review

20 unter 30 - Junge deutsche Autoren
20 unter 30
Junge deutsche Autoren
Martin Brinkmann, Werner Löcher-Lawrence (Hg.)
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA)
 
Belletristik
ISBN 3421056099, 261 Seiten, Eur 14,90

> Buch-Preisvergleich


"Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige", schrieb Voltaire einst sehr weise und richtig, aber nicht unbedingt verpflichtend. 20 Autoren unter 30 hielten sich nicht dran und zeigen in dieser Anthologie, wie man es besser nicht machen sollte und dass sie nicht der Spassgesellschaft, sehr wohl aber der Gähngesellschaft angehören.
Als Freund guter Literatur kann man nur hoffen, dass viele dieser 20 Autoren selbst einsehen, dass sie sich in Zukunft besser anderen Dingen als dem Schreiben widmen. Zwar beherrschen sie alle die deutsche Sprache, wissen saubere Sätze zu bilden, aber nicht, diese mit Leben zu füllen. Die Geschichten sind dröge, blutarm, lieblos, teilweise an den Haaren herbeigezogen, klingen zumeist eher nach Seniorenheim als nach "Junge Wilde". Aber: Nichts gegen Senioren! Ich (schon bald selbst ein alter "Sack" von 30 Jahren) tausche jeden einzelnen dieser Jungspunde gegen einen knackigen 82jährigen Ray Bradbury oder einen 80jährigen Kurt Vonnegut ein. Alter zeugt noch lange nicht von Qualität, zumal die deutsche Literatur oftmals von Langweilern in den Verlagen bestimmt wird. Aufregend sind die mutigen Autoren, die wagen und versuchen und herausfordern, die man entweder hasst oder liebt. Auch unter 30 gibt es davon jede Menge in Deutschland. Gefördert werden zumeist aber nur die Mitläufer, der Durchschnitt - diese Sammlung dokumentiert das. Leider.
Unter den 20 Autoren finden sich Namen wie Alexa Hennig von Lange, Tobias Hülswitt oder Leonce- und Lena-Preisträgerin Silke Scheuermann, die lieber bei der Lyrik bleiben sollte. Aber interessant bleiben nur einige wenige, unter ihnen Patrick Aristide, Julia Schoch oder die schon bekannte Schweizerin Zoe Jenny. Den Rest kann man glücklicherweise schnell überblättern. Lohnt sich die Investition in dieses Buch überhaupt? Nein, es sei denn, man möchte wissen, wie man es nicht machen sollte oder man auf irgendeine krankhafte Art und Weise langweilige Literatur bevorzugt - soll’s ja geben. Der Verlag wirbt übrigens mit Beiträgen der Viva-Moderatorin Charlotte Roche und dem lesenswerten Daniel Kehlmann - beide sind wohl noch kurzfristig aus dem Projekt ausgestiegen, schade für die Herausgeber Werner Löcher-Lawrence und Martin Brinkmann. Letzterer blamiert sich damit, eine eigene Story in die Anthologie gehievt zu haben, die so mies ist, dass man schon erahnen kann, warum die Qualität der von ihm ausgewählten Beiträge so unterirdisch ist - sollte ihn wohl keiner toppen können...
 
Oliver Stahmann

  Martin Brinkmann, Werner Löcher-Lawrence (Hg.) bei ebay

 

CD-Reviews

DVD-Reviews

News

Tourtips

zurück | nach oben

Anzeige: Tank leer? Dann jetzt Shell Gutschein gewinnen!

 

Homepage    CDs    Interviews    Stories    News    Touren    Gedrucktes    Sound & Video    Links    Charts   
Impressum    Mediadaten    Sitemap   

Copyright © discover, Bergisch Gladbach 2007